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(Serpentes),
Unterordnung der Schuppenkriechtiere mit sehr gelenkigem Schädel, dessen
Dehnbarkeit das Verschlingen großer Beutetiere ermöglicht. Die Zähne
sind meist nach hinten eingekrümmt und weisen zum Einführen des Giftes
in die Bisswunde bei den Trug- und Giftnattern eine vordere Längsfurche,
bei den Vipern und Grubenottern einen zentralen Kanal auf. Die
Körperabschnitte der Schlange gehen ineinander über, nur der Kopf kann
etwas verbreitert sein. Beine fehlen; nur die Riesenschlangen und einige
urtümliche Familien weisen Reste des hinteren Paares auf. Den Körper
bedecken regelmäßig angeordnete Schuppen; meist sind sie auf dem Kopf zu
großen Schilden und auf dem Bauch zu breiten Schienen umgestaltet.
Muskeln verbinden die Enden der Rippen mit den Bauchschienen und
unterstützen somit das Kriechen. Die Schlangen streifen die gesamte
Oberhaut, auch die der Lider, die zu einer durchsichtigen Kapsel vor dem
Auge verwachsen sind, in periodischen Häutungen ab (Häutungshemd,
Schlangenhemd).ÿþ Schlangen kommen in
allen Erdteilen vor; sie fressen besonders kleine Wirbeltiere, auch
Würmer und Insekten, die Eierschlangen nur Eier. Zu den Schlangen
gehören u.ÿa. Blindschlangen,
Riesenschlangen, Nattern, Giftnattern, Seeschlangen, Vipern und
Grubenottern.
Kulturgeschichte:
In den Mythen, Legenden und Sagen der meisten Völker spielen Schlangen
eine große Rolle. Kultisch wird die Schlange verehrt (Ophiolatrie
»Schlangendienst«) als Trägerin chthonischer Kräfte, als Seelentier (im
Traum und im Tod verlässt die Seele als Schlange den Körper), als
Hüterin von Tempel oder Unterwelt, als Orakeltier oder häusliches Glück
bringender Schutzgeist. In Palästina galt die Schlange als unrein, als
Bild böser Menschen, der Sünde und des Satans, aber auch der Klugheit:
Eine Schlange ist die Verführerin des ersten Menschenpaares (1.ÿMose
3). Im alten Ägypten war die Uräusschlange Symbol der Pharaonen. In
Griechenland wurde der Heilgott Asklepios meist mit einer Schlange
dargestellt, als Sinnbild des Lebens, weil die Schlange sich bei ihrer
jährlichen Häutung verjüngt. Der Äskulapstab mit der ihn umwindenden
Schlange wurde zum Symbol der Heilkunst. In der germanischen Mythologie
wird Midgard, die Erde, auf der die Menschen leben, vom großen Weltmeer
umgeben. In ihm wohnt eine riesige Schlange, die Midgardschlange.
http://www.thesnake.org/
Literatur:
Biologie:
Arnold, E.ÿA.
und Burton, J.ÿA.: Pareys Reptilien-
und Amphibienführer Europas. Aus dem Englischen. Hamburg u.ÿa.
21983.
Schlangen, bearbeitet von Dieter Schmidt
u.ÿa. Leipzig u.ÿa.
1989.
Kulturgeschichte:
Egli, H.: Das
Schlangensymbol. Geschichte, Märchen, Mythos. Olten u.ÿa.
21985.
Warburg, A.ÿM.:
Schlangenritual. Neuausgabe. Berlin 1996.
© 2002 Bibliographisches Institut & F. A.
Brockhaus AG
Giftnattern
(Elapidae), Familie der Schlangen mit
vorn gefurchten Giftzähnen im Vorderteil des Oberkiefers. Das beim Biss
ausgestoßene Gift wirkt besonders auf das Nervensystem des Opfers; der
Tod erfolgt durch Lähmung des Atemzentrums. Gefürchtet sind in Afrika
die baumbewohnenden über 2ÿm langen Mambas
(Dendroaspis), die dort und v.ÿa. in Asien
heimischen Kobras (Hutschlangen, Naja), in Südasien und
Südostasien die Kraits (Bungarus). In Australien gehören die
meisten Schlangen zu den Giftnattern.
Mambas
[Zulu] (Dendroaspis),
Gattung schlanker, gewandter, baum- oder strauchbewohnender Giftnattern
mit vier Arten im tropischen Afrika. Mamba sind überwiegend tagaktiv.
Aufgrund ihres sehr gefährlichen Giftes und ihrer Angriffsfreudigkeit
werden sie vom Menschen gefürchtet. In Westafrika lebt die bis 2,5ÿm
lange Grüne Mamba (Dendroaspis viridis). Größte Art und damit
auch größte afrikanische Giftschlange ist die bis 4ÿm
lange oliv- bis schwarzbraun gefärbte Schwarze Mamba (Dendroaspis
polylepis), die von Somalia bis ins südliche und südwestliche Afrika
verbreitet ist. Die Schwarze Mamba frisst v.ÿa.
kleinere Säugetiere, die übrigen drei Arten ernähren sich v.ÿa.
von Vögeln, Eiern, Reptilien und Amphibien.

Kobras
(Hutschlangen, Schildottern,
Naja), Gattung südasiatischer und afrikanischer Giftnattern. Einige
Arten richten den Vorderkörper senkrecht auf und flachen den Nacken
durch Spreizen der Halsrippen scheibenförmig ab (Hut); bei der bis 1,8ÿm
langen Brillenschlange (Naja naja) tritt dabei zwischen den
Schuppen eine brillenähnliche Zeichnung hervor. Die Speikobra (Naja
nigricollis) spritzt zur Verteidigung dem Gegner bis 3ÿm
weit ihr Gift entgegen.ÿþ Durch eigene
Bewegungen reizen Flöten blasende »Schlangenbeschwörer« die Tiere zum
Pendeln des Oberkörpers; auf die Töne können die Schlangen infolge ihrer
Taubheit nicht reagieren
Kraits
(Bungarus), Gattung bis über 2ÿm
langer, gefährlicher, nachtaktiver Giftnattern in Südasien und
Südostasien; kontrastreich geringelt.


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