Paul Gauguin 1848-1903
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| Paul Gauguin, 1888 |
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Paul Gauguin wurde in Paris als
der Sohn eines Journalisten und einer Peruanischen Mutter geboren. Als
die Familie Frankreich aus politischen Gründen verlassen musste, starb
Pauls Vater während der Seereise nach Peru. Und als seine Mutter starb,
war Paul Gauguin erst neunzehn Jahre alt.
Vom wohlhabenden Banker
zum armen Künstler
Gauguins frühe Laufbahn war ziemlich
ungewöhnlich. Zuerst arbeitete er als Matrose für 6 Jahre bei der
französischen Handelsflotte. Dann ging er ins Bankgeschäft und wurde ein
erfolgreicher Aktienhändler an der Pariser Börse.
Im Jahr 1871 begann Paul Gauguin mit Malen als
Hobby. Er hatte eine Ausstellung von Gemälden der Impressionisten
gesehen und war beeindruckt. Die Leidenschaft fürs Malen sollte sein
weiteres Leben zum Guten und zum Schlechten dominieren. Aber noch war er
fest im bürgerlichen Leben verwurzelt und hatte seinen soliden Job als
Banker. Im Jahr 1873 heiratete Paul Gauguin Mette Gad, eine Dänin aus
Kopenhagen. Er hatte mit ihr 5 Kinder.
Mit seinem guten Einkommen als Börsenmakler
konnte es sich Gauguin leisten, mehrere Gemälde von Manet,
Monet,
Renoir und
anderen Impressionisten zu kaufen. Seine eigenen künstlerischen
Aktivitäten waren auf das Malen am Wochenende beschränkt. Später
besuchte er Abendkurse im Malen an der Colarossi Akademie. Er wurde
zuerst von Pissarro and später von Paul Cezanne beeinflusst und
unterstützt. Im Jahr 1876 wurde ein Landschaftsgemälde von Gauguin für
den Salon d'Automne, dem Herbstsalon angenommen. Paul Gauguin war
jetzt 28 Jahre alt.
Im Jahr 1883/1984 änderte sich Gauguins Leben
dramatisch. Im Alter von 35 Jahren gab er sein bürgerliches Leben als
Aktienhändler auf und zog von Paris nach Rouen. Finanzielle
Schwierigkeiten der Firma für die er arbeitete, dürften diesen Schritt
unterstützt haben. Seine Frau Mette, aufgebracht über die Pläne ihres
Ehemanns, ging zu ihren Eltern nach Dänemark zurück. Im Jahr 1884
besuchte er sie und die Kinder in Kopenhagen aber kehrte bald nach
Frankreich zurück.
Im Jahr 1885 trennte sich Paul Gauguin von
seiner Frau und seinen 5 Kindern für immer. Die letzten Brücken zu einem
bürgerlichen Leben waren jetzt abgebrochen und von jetzt ab lebte er das
unstete Leben eines Malers und Grafikers.
Paul Gauguin in Panama und Martinique
Gauguin ging zuerst nach Pont-Aven in der
Bretagne und schloss sich einer Gruppe von Avant-Garde Künstlern für 6
Monate an. Später kehrte er nach Paris zurück.
Im Jahr 1887 fuhr Paul Gauguin nach Panama um
am Kanal Projekt zu arbeiten. Aber nach nur 2 Wochen wurde er entlassen.
Sein nächstes Ziel war Martinique. Zu dieser Zeit hatte Paul Gauguin
eine Abneigung gegen die westliche Zivilisation entwickelt. Er kehrte
nach Paris und Pont-Aven zurück. Hier versprach er sich bessere Chancen
seine Bilder verkaufen zu können.
Paul Gauguin und van Gogh
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| Der gelbe Christus,
1989 |
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1988 war das Jahr in dem der Malstil von
Gauguin sich zu dem entwickelte was sein Markenzeichen werden sollte -
der Gebrauch kühner, unrealistischer Farben, grosser gleichfarbiger
Flächen und die Hinwendung zu mystischen Themen. Das Gemälde Der
gelbe Christus ist für diese Periode typisch. Der Einfluss der
zweidimensionalen japanischen Kunst ist deutlich sichtbar.
Paul Gauguin ging nach Arles im Süden
Frankreichs wo er für 2 Monate mit
van Gogh zusammen
lebte und malte. Die beiden Männer verstanden sich anfangs gut. Aber
bald wurden Streitereien und Konflikte häufig. Es kulminierte darin,
dass sich van Gogh ein Ohr abschnitt und einen Nervenzusammenbruch
erlitt. Nach dem Vorfall kehrte Gauguin abrupt nach Paris zurück.
Tahiti
Im Jahre 1891 konnte Paul Gauguin ungefähr 30
Bilder verkaufen. Einer seiner Kunden war übrigens
Edgar Degas. Das
Geld aus diesen Verkäufen ermöglichte ihm die Überfahrt nach Tahiti in
der Südsee. Er lebte für 2 Jahre in Papeete unter sehr einfachen
Bedingungen. Während dieser Zeit schuf er einige seiner besten Gemälde.
Im Jahr 1893 kehrte er nach Frankreich zurück.
Aber im April 1894 segelte Gauguin in die
Südsee zurück. Er verbrachte die letzten 5 Jahre in grosser Armut und
schlechter Gesundheit aufgrund einer Geschlechtskrankheit. Seine
finanzielle Situation war deprimierend. Im Jahre 1887 unternahm er einen
Selbstmordversuch. Trotzdem malte er bis zu seinem Tod im Jahr 1903 auf
den Marquesas Inseln weiter.
Drei Jahre später wurde eine Paul Gauguin
Ausstellung im Herbstsalon veranstaltet und die Öffentlichkeit erkannte
endlich die herausragende Bedeutung von Paul Gauguin für die Entwicklung
der modernen Kunst. Für ihn kam es leider zu spät.
Paul Gauguin Grafiken
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| Zwei Frauen, 1902 |
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Mit seiner Vorliebe für "primitive" und
exotische Kunst entdeckte Gauguin den Holzschnitt als interessante
Technik. Nach der Rückkehr von seiner ersten Reise in die Südsee plante
er ein Buch über seine Erfahrungen in Tahiti unter dem Titel Noa Noa
herauszugeben. Das Buch kam nie zustande. Aber Gauguin machte einen Satz
von 10 Farbholzschnitten, die als Illustrationen gedacht waren.
Nach dem Noa Noa Satz schuf Gauguin
seinen grössten Holzschnitt Manao tupapau. Nach der Rückkehr in
die Südseee entstanden ungefähr 30 weitere Holzschnitte.
Literaturquellen für diese Paul Gauguin Biografie:
- Philadelphia Museum of Art,
"Post-Impressionist Prints", ISBN 0-87633-119-3
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