Lautrec

 

 

 
   
   
   

 
 


 

 
   
   


 

Henri de Toulouse Lautrec 1864-1901

 

Henri de Toulouse Lautrec
Henri de Toulouse Lautrec
 

 

Henri de Toulouse Lautrec war wie kein anderer Künstler des 19. Jahrhunderts von japanischen Farbholzschnitten beeinflusst. Und so wie das quirlige Leben in den Kabuki Theatern und den Vergnügungsvierteln während der Edo Zeit die japanischen Holzschnitt Künstler angeregt hatte, so kam für Toulouse Lautrec die Inspiration aus dem Nachtleben in Montmartre. Mit dem grossen Ukiyo-e Künstler Utamaro hatte Lautrec eines gemeinsam: Er zeichnete nicht nur die Welt der Bordelle, sondern war auch selbst ein häufiger Gast.

Toulouse Lautrec - aus aristokratischem Hause

Henri Marie Raymond de Toulouse-Lautrec-Monfa wurde als Sohn einer adeligen und reichen Familie aus dem Süden Frankreichs geboren. Der Junge war von schwacher Gesundheit und entwickelte vielleicht gerade deswegen eine frühe Leidenschaft für Zeichnen und Malen. Bereits als Kind erhielt er Unterricht von einem professionellen Künstler, René Princeteau.

Im Alter von 12 und dann nochmals mit 14 Jahren brach sich der junge Henri beide Beine. Als Folge davon wuchsen seine Beine nicht mehr, während der übrige Körper sich normal weiterentwickelte. Toulouse wurde mit dieser körperlichen Behinderung geistig niemals fertig.

Paris Montmartre

 

Bruant à l'Eldorado, 1892
Bruant à l'Eldorado, 1892
 

 

Henri de Toulouse Lautrec ging im Jahr 1882 nach Paris und besuchte dort mehrere konventionelle Malstudios. Dort lernte er auch Emil Bernard und Vincent van Gogh kennen. Bald wurde er von den impressionistischen Künstlern wie Edgar Degas mehr angezogen als von dem traditionellen Malstil und gab den Unterricht in den Studios auf.

Toulouse Lautrec lebte in Montmartre, dem Amüsierviertel mit Kabarets, Cafés, Restaurants, schäbigen Tanzschuppen und Bordellen. Er taucht schnell in diese Welt ein und wird ein Teil der Bohème Gesellschaft. Abends kann man ihn mit Freunden schwätzen und trinken sehen. Und gleichzeitig fertigt er Skizzen an. Am nächsten Tag machte er nach diesen Skizzen seine Gemälde und Lithographien.

Eine Leidenschaft für Kunst und Alkohol

 

May Belfort, 1895
May Belfort, 1895
 

 

Henri de Toulouse Lautrec hatte seine ersten Ausstellungen in den Cafes und Restaurants des Montmartre. Seine Bilder fanden schnell Beachtung und er erhielt die ersten Aufträge.

In gleichem Masse wie sein Ruhm, wuchs auch sein Alkoholverbrauch. Aber er schaffte es, gleichzeitig mit mit voller Energie seiner Leidenschaft für Malen und Grafik zu folgen. Er hatte einige Ausstellungen in Galerien, erwarb allgemeine Anerkennung und wurde mit Aufträgen überhäuft.

Henri de Toulouse Lautrec und seine Lithographien

 

Napoloéon, 1895
Napoloéon, 1895
 

 

Die Lithographien von Henri de Toulouse Lautrec zeigen all die berühmten Persönlichkeiten der französischen Belle Époque. Lautrec kannte sie alle persönlich - Sänger und Tänzer wie Yvette Guilbert, May Belfort, Jane Avril oder den Poeten Aristide Bruant. Viele dieser Lithographien wurden von diesen Künstlern direkt beauftragt - für Poster oder Theaterplakate oder als Illustrationen für Zeitschriften.

Lautrec schuf seine erste Lithographie im Jahr 1891. Seine Einbindung in den Druckvorgang war mit Sicherheit nicht sehr eng. Für die besten Lithographien wie Le Divan Japonais, bereitete er ein oder mehrere Zeichnungen und Entwürfe vor. Die Umsetzung zur fertigen Lithographie dürfte dann selbstständig von einem professionellem Grafiker gemacht worden sein.

Die Auflagenhöhe und die verwendeten Papiere sind recht unterschiedlich. Kleine Auflagen wurden mit 50 oder 100 Stück gedruckt - manchmal auch in verschiedenen Versionen auf Velin d'Arches oder Japan Papier. Neben den regulären Ausgaben kommen auch sogenannte hors de commerce Abzüge vor. Die kleinen Auflagen sind zumeist numeriert und wurden vom Künstler persönlich signiert.

Für die populären grossen Auflagen wurde normales Posterpapier verwendet. Die Auflagenhöhen wurden nicht dokumentiert. Sie werden auf 500 bis 3000 Stück geschätzt und sind natürlich alle unnumeriert und unsigniert. Aber sie haben entweder seine Signature oder seine Initialen HT oder einen Stempel im Druckstein selbst.

Das graphische Werk von Henri de Toulouse Lautrec besteht aus insgesamt 351 Lithographien und 9 Kaltnadel Grafiken.

Toulouse Lautrec und die Kunst Japans

 

Jane Avril, 1899, lithograph
Jane Avril, 1899, lithograph
 

 

Als die Impressionisten japanische Farbholzschnitte zum ersten mal sahen, waren sie begeistert. Und wie viele andere Künstler des späten 19. Jahrhunderts hatte auch Lautrec japanische Kunst gesammelt. Zu jener Zeit war alles Japanische sehr en vogue - sozusagen mega cool.

Die japanische Holzschnittkunst hatte einen sehr starken Einfluss auf seinen Stil. Für den Künstler Lautrec waren Bewegung und Form sehr wichtig. Seine Kompositionen, ungewöhnlichen Perspektiven und der Gebrauch von grossen einfarbigen Flächen sind klar von japanischen Grafiken inspiriert.

Das bittere Ende

 

Bal des Étudiants, lithograph, 1900
Bal des Étudiants, lithograph, 1900
 

 

Nach 1897 verbrachte Toulouse mehr Zeit in den Bars als in seinem Studio. Im Jahr 1899 hatte er einen schweren Nervenzusammenbruch und verbringt 3 Monate in einer Klinik. Seine engste Umgebung versucht ihn durch Urlaube in Badeorten in der Normadie und an der Atlantikküste wieder körperlich auf die Beine zu bringen. Aber er kann seinen Alkoholmissbrauch nicht mehr kontrollieren. Seine Gesundheit ist am Ende. Er erleidet einen Schlaganfall mit nachfolgender teilweiser Lähmung und wird am 20. August zu seiner Mutter auf das Schloss seiner Eltern gebracht. Dort stirbt Henri de Toulouse Lautrec wenige Tage später am 9. September 1901 im Alter von nur 36 Jahren.

Henri de Toulouse Lautrec auf dem Internet

Literaturquellen für diese Toulouse Lautrec Biographie:

  • "Henri de Toulouse Lautrec: Druckgraphik aus dem Besitz des Sprengel Museums Hannover", 1997, Hannover, ISBN 3-89169-123-8




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