Gedanken im Alter
   

 

 

Das Alter ist kein guter Gast,
eh du es merkst, hats dich erfaßt.
Es raubt die Kraft und beugt den Mut,
und kühlt das warme Herzensblut.
Es hemmt mit Macht den raschen Schritt
und nimmt den Glanz der Augen mit.
Es bleicht das Haar, schläft ein das Ohr,
und macht uns andre Töne vor.
Daß man so manches nicht versteht,
was da an uns vorüber geht.
Es zieht die Zähne aus dem Mund
und macht uns wüster alle Stund.
Es schrumpft sogar uns ein das Hirn,
gerunzelt wird die glatte Stirn,
daß uns das Denken selbst wird schwer,
ach, wenn ich doch so alt nicht wär.
Die Hände sinken in den Schoß,
die Füße werden steif und schwer,
auch keine Freude ist das mehr.
Kurzum, der ganze Mensch wird schwach,
und sinkt zum Grabe nach und nach.
Drum traget mich doch mit Geduld,
der mich gerufen in das Leben,
dort, wo von Elend, Not und Last,
Ich kommen darf zur süßen Rast!

   

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